wohin des Weges?

31. Dezember 2010

Wer weiß schon, was morgen ist?

Ich wünsche uns allen guten Mut, das Alte loslassen zu können und viel Vertrauen ins Leben und in das Neue, das um die Ecke auf uns wartet.

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knöcheltief

30. Dezember 2010

Auf Cachetour. Auf dem Rückweg – es dämmert bereits und den Cache haben wir nur dank meiner Stirnlampe gefunden und loggen können –, kürzen wir ab. Statt wie auf dem Hinweg der arschglatten Straße zu folgen, gehen wir wortwörtlich querfeldein. Durch knöcheltiefen Schnee. Ein absehbares Stück. Ich folge Irgendlink.

Ich habe die Wahl zwischen dem Gehen in seinen Fußstapfen, was zwar einfacher zum Schreiten ist, mir aber längere Schritte als meine üblichen abverlangt, oder aber ich gehe im eigene Takt, muss mich dazu jedoch mehr anstrengen um Fuß für Fuß jeweils wieder aus der nassen knöchel- bis knietiefen Schneematschpampe zu heben.

Mal tue ich das eine, mal das andere. Und wie im richtigen Leben bin ich froh, in der Kälte und Dunkelheit nicht allein zu sein.

tiefgekühlt

29. Dezember 2010

Mein Herz wie schockgefroren. Diese
Zeit zwischen den Jahren ist
mir diesmal, als sei ich zwischen die Zeilen
gefallen. Ohne Netz. Freier Fall irgend-
wie. Ohne Strom. Ausgefallen.
Eingefroren. Die Anspannung und
Anstrengung der letzten Monate ver-
dichtet sich in Nichts. Fällt wie ein
Schneeball, an die Wand geworfen,
auseinander. Zurück
bleibt ein Klecks Brackwasser.
Ich. Oder nicht. Um erneut im
Wasserkreislauf mit zu fließen. Ein-
mal mehr.


Mein Garten und deiner auch

27. Dezember 2010

Obstbäume wären sie, meine Talente. Deine auch. Vielleicht Zwetschgenbaum, dass du super malen kannst. Und Kirschenbaum, wie gut du dein Wissen über Geometrie oder Kochen an Banausen vermitteln kannst. Deine Geduld sei ein Nussbaum und dein Humor ein Orangenbaum.

Alle unsre Bäume tragen Früchte. Darum schenke ich dir ein paar von meinen. Wenn du willst. Und dir und dir auch. Und du gibst mir von deinen welche ab. Danke, wie schön!

Ich setze die Samen deiner Früchte in meinem Obstgarten. Dort einen Orangenkern, da drüben Apfel- und Birnenkerne und hier einige Nüsse. Die einen Kerne keimen und wachsen zu stattlichen Bäumen, anderes keimt zwar, wächst aber nicht an, weil ich zu gießen vergaß. So verschrumpelt es eines Tages. Und drittes passt einfach nicht zur Erde meines Gartens, bleibt Kern und zerfällt eines Tages. Oder es wird von Würmern verschlungen.

So stattlich der eine oder andere Baum auch wächst, so fad und klein sind womöglich seine Früchte. Erst veredelt mit einem deiner Äste wachsen Jahr für Jahr immer schönere, saftigere Früchte.

Dennoch: Kompost alles, das eine früher, anderes später.


möglicherweise?

25. Dezember 2010

Wenn ich groß bin, werde ich … Diesen Satz denke ich auch heute, wo ich doch groß genug zum groß sein wäre, immer mal wieder. Je nach Tagesform lautet die zweite Satzhälfte dein Kissen (wie heute Nacht zum Beispiel) oder was anderes geistreiches.

Dass ich jedoch eines Tages spontan als zweiten Satzteil ganz viel reisen denke, überrascht mich denn doch selbst, glaubte ich doch, diesen Virus vor ein paar Jahren – wegen unerfreulicher Erfahrungen – für immer aus meinem Leben verstoßen zu haben. Zu mühselig und schmerzhaft waren meine Erlebnisse gewesen. Meine Schwedenreise vor anderthalb Jahren läutete jedoch eine neue Epoche ein und die Reisen mit Irgendlink im Laufe dieses Jahres reanimierten meinen Reisevirus gänzlich.

Da fangen wir beiden Spinnerlinge heute Morgen beim Kaffee im Bett doch auf einmal über schwedische Fernwanderwege zu reden an! Internet liefert auch gleich schon Tipps, Routenvorschläge, Bilder und füttert somit mein Fernweh gleich noch mehr.

Wäre es doch schon Frühling, Sommer, seufze ich mit Blick auf den Neuschnee draußen. Trotzdem strahle ich vor mich hin. Vorfreude fließt durch meine Adern wie eine Droge. Ist sie wohl auch. Mein Sonnelachen zieht meine Mundwinkel nach oben, jenes Lächeln und Lachen, das ganz tief aus meiner Mitte kommt. Das Mondlachen nenne ich dagegen jenes Lachen, das ein mir geschenktes Sonnelachen reflektiert. So ist gemeinsames Lachen ein Perpetuum mobile. Ähnlich der Kreativität, die sich stetig selbst erneuert. Schräg und grad treffen aufeinander und schubsen sich laufend an. Das Pendel kann nie stillstehen.

So trifft Idee auf andere Idee, gebärt neue Idee und so ist nix was schon war, immer schon dagewesen und das Nichtsneues (unter der Sonne) wird zu einer Neumontage aller alten Sonnenbilder. Auch der ganzen diesseitigen Welt vielleicht. Zumindest der Perspektiven derselben. Und vielleicht – aber dies nur ganz leise geflüstert – ist alt ein Synonym für neu?

Wenn ich einmal groß bin, werde ich alt und neu, jung und alt, hier und dort Seiende, Reisende, Weise, Närrin. Klein und groß.

Und so groß bin ich jetzt schon.


Die Wahrheit über Sünde und Sühne

25. Dezember 2010

In der einen Schale der Waage lagern wir all das, was nicht so ist, wie wir es uns gewünscht haben. Die bösen Worte etwa, die wir sagen, wenn uns jemand unter Druck setzt. Oder waren es Gedanken? Gedanken nur? Es war ja auch nicht böse gemeint, das weißt du doch? Dennoch liegt es in der Waagschale. Mit all den andern Dingen, die zwischen Soll und Ist stehen. Nicht wenig. Ablasshandel war schon immer ein gutes Geschäft – heute nicht weniger als früher!

Die zweite Waagschale, um Ausgleich bemüht – was auch die erste wohl genauso anstrebt –, hortet gute Taten, gute Worte und gute Gedanken. Der Balken in der Mitte heißt Gewissen. Gute Einrichtung irgendwie. Simple Rechnerei führt zur Erkenntnis, dass wer nichts Böses tut, auch nichts Gutes tun muss. Am besten also Nichtstun? Da aber Müßiggang auch als Sünde geahndet wird, kann das auch nicht funktionieren. Nicht Nichtstun ist Tun. Sobald wir jedoch etwas tun, füllen wir eine der beiden Waagschalen und der Stress geht von vorne los. Eine ganze Gesellschaft in der Ablasshandelsschule? Dazu ein dicker Ablasshandlungen-Versandkatalog.

Was da wohl hilft? Vermutlich nur eins: Pilgern!

😉


Schicksal?

23. Dezember 2010

Superpünktlich ist das Flugzeug gelandet, das mir meinen Liebsten zurück gebracht hat. Auch das Ausladen ging schnell. So kam es, dass er mich statt ich ihn erwartete. Auch schön – und wie!

Was ich bloggen würde, falls ich heute bloggen würde. fragte mich Irgendlink beim Spätstück. Hm, sagte ich, vielleicht nur ein einziger Satz: ich bin so glücklich!

Nun ja, das wäre dann doch ein bisschen simpel und würde dem Ganzen kaum gerecht. Glück und Glücklichsein sind so vielschichtig und auch so ganz persönlich.

Nachts das ruhige Atmen zu hören, wenn ich kurz aufwache. Die vielen Gespräche. Die vertraute berührende Nähe. Gerüche. Praktische Dinge wie gemeinsames Kochen (ja, auch Spülen …) oder Wäsche aufhängen.

Sind dies die Puzzleteile für Glück? Heute ja. Ein paar. Ein Ausschnitt. Wir sind immer mehr, als das, was wir sehen, mehr auch als das, was wir fühlen. Mehr auch als alles, was wir denken. Und noch viel mehr als die Summe all dessen.

Glück ist vielmehr. Und immer nur gegenwärtig.