Am ‚Polarsirkelen‘, ein Haus

Bevor wir die zweitletzte der viele Fähren auf der Route siebzehn nach Bodø nehmen, übernachteten wir hier auf der Insel in Hilstad (oder so) bei Kilboghamn. Für einmal mit einem festen Dach über dem Kopf. Eigentlich hatten wir an eine Hytter gedacht und waren darum dem Wegweiser zum Strand gefolgt. Na ja, die gezeigte Hütte war zwar billig, aber, na ja, eher ein Hüttchen. Neben dem Hochbett ne knappe Hand breit Platz zum Kochen. Als die Lady mein enttäuschtes Gedicht sah, zeigte sie uns ihre Einliegerwohnung. Da haben wir nun gehaust. Meine Reiseerschöpfung sei normal, meinte J.. Wenn man bedenkt, wie viele Kilometer und Klimawechsel wir in nur neun Tagen erlebt haben, kein Wunder, dass du so müde bist. Der Gute! Nicht alle sind eben so flexibel und belastbar wie er.

„Plötzlich, eine neue Landschaft“ heißt ein Bildband über diese Strecke, die wir von Stjørdal nach Bodø zurücklegen. Steht es im Fährenfahrplan. Plötzlich Komma eine neue Landschaft, sagen wir deshalb eins ums andere Mal, da diese Strecke uns tatsächlich immer wieder neue Landschaften, Eindrücke und viele Aahs und Oohs beschert.

Gestern Morgen bestiegen wir auf Cachesuche einen Berg, der diesen Namen auch wirklich verdient hat. Einsetzender Regen und die Tatsache, dass meine guten alten Sportschuhe nicht mehr ganz dicht sind, überzeugten uns dann, nach einer Dreiviertelstunde, den Rückweg anzutreten. Auch Pläne aufgeben darf sein. Im nächsten größeren Ort stellte sich uns ein Sportladen in den Weg. Leichte Wanderschuhe zwinkerten mir zu: Kaufen! Ich konnte ihnen einfach nicht widerstehen, denn sie passen wie angegossen.

Auf der Siebzehn liegen einige Geocaches, die uns zum Innehalten einladen und mich meine neuen Treter testen lassen.

Später, auf der Fähre, klart es auf. Die nächsten paar kurzen Stunden hoffen wir, das schlechte Wetter hinter und gelassen zu haben. Dem ist leider nicht so. Es wird immer kälter, feuchter und windiger und wir – ich wohl ein bisschen mehr als mein Liebster – wünschen uns ein paar feste Wände um uns rum. Ein warmes, trockenes Nestchen. Here we are!

Heute wollen wir endlich Bodø erreichen. Von dort aus geht’s dann zurück nach Schweden an die Ostsee. Südwärts.

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One Response to Am ‚Polarsirkelen‘, ein Haus

  1. […] meine Wanderschuhe, die ich 2010 in Norwegen gekauft habe, wegen einer geplatzten, unreparierbaren Naht, statt langstreckentauglich eher […]

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