Im Glücklichmodus

Im Prospekt, den uns die Camping-Frau heute morgen in Overhalla mitgegeben hat, heißt es, der Kystrikveien, jene Strecke von Steinkjer nach Bodø, sei einer der schönsten der Welt. Las ich ein paar Minuten nach dem ich zu Irgendlink gesagt hatte, dass diese Landschaft hier so ziemlich alles zuvor gesehene toppe.

Zahllose Fjorde, Birken- und Mischwälder, Landwirtschaftszonen –
nahtlos geht alles ineinander über. Selbst die Häuser sehen aus, als seien sie hier gewachsen. Es ist der westlichste Teil Nordnorwegens, die Straße Nummer 17, auf der wir seit gestern Abend nordwärts fahren. Und gefahren werden. Wie klein ich mich in dieser unendlichen Landschaft fühle!

Es ist Sonntagabend und wir warten auf die dritte Fähre des Tages: Forvik – Tjøtta. „Inselhüpfen“ nennt sich diese Fortbewegungsart … J. hat Kaffee geholt und wir diskutieren, ob wir allenfalls gar hier campieren oder ob wir heute noch weiterfahren sollen. Unser morgiges Etappenziel ist Bodø. Dort entscheiden wir neu über die weitere Strecke.

Womit wir beim Thema wären: Wählen, entscheiden … ein spannender Prozess, der allein nicht einfach und mit wachsender Gruppengröße immer herausfordernder wird. Wie können möglichst viele Bedürfnisse erfüllt werden? Wo kann ich Kompromisse eingehen? Wo muss ich aufpassen, nicht zu überfordern, doch auch nicht überfordert zu werden? Das richtige Maß finden zwischen Rücksicht nehmen und sich selbst dabei nicht verlieren. Ein Balanceakt in jeder menschlichen Gemeinschaft – auf Reisen besonders spannend. Wie froh ich bin, dass wir zwei so ähnliche Bedürfnisse haben.

Später. Noch immer Sonntagabend. Irgendwo nördlich von Tjøtta, wohin uns die Fähre gebracht hat. Eine klitzekleine Insel mit dem genialsten Camping, den wir bisher hatten. Lage super, Infrastruktur mit Gratis-Wifi ebenfalls! Dazu mückenfreie Zone! Vor uns die seit Stunden untergehende Sonne. Nach halb elf und noch immer 20 Grad. Nur schon dafür hat sich die lange Reise gelohnt!

On the road …

Da sind wir, schon fast am Polarkreis!

Auf der dritten Fähre …

Sicht von der Veranda neben unserem Zelt …

Advertisements

5 Responses to Im Glücklichmodus

  1. Dina sagt:

    Danke für den feinen Bericht von meiner Heimat, die Strecke möchte ich auch irgendwann abfahren, seufz ..
    🙂

  2. Sofasophia sagt:

    ach, da warst du noch nie? das lohnt sich echt, es ist eine wunderbare strecke.
    liebgrüß, d.

  3. […] Streckenhighlight! Noch schöner als die 17, scherzte er sogar. Und das will etwas heißen! Die 17, also die Küstenroute 17 im Norden Norwegen (unterhalb Bodø), steht seit zwei Jahren bei u…Genau so schön wie die 17, gibt er am Schluss zu. Da möchte ich später mal mit dir […]

  4. […] Meine Erinnerungen an die vor fünf Jahren auf der Straße Nummer 17 erfahrene  norwegische Westküste, einer Fjorde-Landschaft vom feinsten, bestehen aus lauter Aaaahs! und stecken voller OOoohs! So ähnlich ist es Irgendlink heute wieder ergangen. Mit offenem Mund ist er stetig weiter nordwärts geradelt und hat nun sein Zelt in einer Art Steinbruch aufgebaut. Kurz darauf hat er begriffen, dass der Zeltplatz des Dorfes ganz in der Nähe ist. Nun denn … er steht gut da. Relativ mückenfrei sogar. So what? […]

  5. […] wir einfach nie vergessen. So ein Tag, so ein Ort und so ein Erlebnishappen war die Reiseetappe des 11. Juli 2010, als Irgendlink und ich uns auf der Straße 17, jener legendären norwegischen Küsten… immer weiter nach Norden, immer näher an den Polarkreis, geschoben […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: