abtauchen …

25. Dezember 2009

… in die südfranzösische Pampa werde ich, werden wir …
Eine Woche ohne Internet!

FERIEN … was für ein suspektes Wort!
Wie füllen?
Wie fühlen?

Zulassen, loslassen …
… wie heute Vormittag im Bernaqua …
Mutprobe: durch die Rutschröhren flitzen.
Kind sein. Wieder mal.
Dunkel ertragen. Geschwindigkeit ebenfalls.
Die Sinne stimulieren.
Den Nervenkitzel genießen.

Stunden später auf mehr als 900 m. ü. M.: verschneite 360 Grad-Rundsicht.
Geochachen, meine neue Leidenschaft, wäre bei diesem Wetter wohl nur schwerlich möglich gewesen …
… obwohl da ein Schatz direkt unter unseren kalten Nasen gebaumelt sein soll …
Tja, Bantiger, du Cheib, du zeigst dich mir, uns, immer wieder in anderem Gewand!
Heute weiß gepudert …

Winkewinke, liebe Leserinnen und Leser … genießt die Altjahrswoche!
Auf Wiederlesen im neuen Jahr …

Advertisements

die Wahrheit über die Wahrheit Vol. 3

25. Dezember 2009

Teil 3

(letzter Teil)

Ichichich!, sagte der kleinste aller Engel, von allen Springimhimmelrum genannt, und hüpfte mit hochgehaltenem Finger auf und ab. Ich werde den Menschen die Wahrheit bringen!

Die einen nickten freundlich, während andere ihre englischen Stirnen runzelten. Schließlich wurden Vor- und Nachteile diskutiert und irgendwann waren sie sich einig: Springimhimmelrum durfte die Wahrheit auf die Erde bringen, wenn er es denn schaffen sollte, die große Kugel vor der gesamten Engelschar hochzuheben. Dass diese nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist, kann sich ja jeder denken.

Mutig trat Springimhimmelrum vor und lud sich unter Aufbietung seiner ganzen mentalen Kräfte die Kugel auf seine kurzen Flügel. Sein Gesicht leuchtete, als er es geschafft hatte. Großer Applaus belohnte seine Mühen.

Doch als er sich mit seinen kurzen Beinchen auf der Wolke, die ihn trug, vor den anderen verneigen wollte, geschah es: Die große Kugel rollte davon. Zu Anfang noch ganz langsam dann immer schneller hopste sie von Wolke zu Wolke. Als sie die Atmosphäre der Erde erreicht hatte, blieb ihr nichts übrig, als sich den Gesetzen der Schwerkraft und deren Wahrheit zu beugen, die sie ja immerhin auch in sich trug, da sie ja die GANZE Wahrheit war. Immer schneller fiel sie Richtung Erde und zerschellte schließlich mit einem lauten Knall auf einem Felsen. Sie war so groß, dass sich ihre einzelnen, winzigen Teilchen über die ganze Erde verteilten.

Wer immer nun auf der Erde eines dieser klitzekleinen Teilchen findet, sieht, fühlt, erkennt, durchschaut oder isst, ahnt ein klein bisschen davon, was Wahrheit sein könnte.

© by Sofasophia


Lila, Lila

24. Dezember 2009

Cooler Film, den wir da ausgewählt hatten. Zwar fing er bereits um zwanzig Uhr an, doch da wir ausnahmsweise mal früh gegessen hatten, passte das perfekt. Martin Suters gleichnamiges Buch hatte ich vor Jahren mal mit Genuss gelesen. Auch J. hatte von dem Film gehört, der erst letzte Woche Première hatte. Gucken lohnt sich!

Vielleicht habe ich mich ja auch bloß in deine Texte und Bilder verliebt?, flüsterte ich J. während des Filmes zu. So wie Marie, die Protagonistin. David, der liebeswürdige Antiheld, der mit einem gefundenen Manuskript, das er als seins ausgab, Maries Herz erobert und damit eine Lawine von unvorhersehbaren Umständen losgetreten hatte, hatte es wahrlich nicht einfach. Zumal seine Beichte, nämlich dass er gar nicht der richtige Autor wäre, niemanden interessierte. Zu gut passte er in das Bild des unbedarften literarischen Genies.

Nein, natürlich waren es nicht deine Texte, J., auch nicht deine Bilder. Obwohl ich sie mag. But it is you!

Ob Marie, die sich nach der dramatischen Trennung von David auf der Frankfurter Buchmesse, später doch wieder in David verliebt hat, weil er diesmal mit einem wirklich von ihm verfassten Buch erfolgreich war? Wer weiß das schon! Sein zweites, das heißt, sein erstes eigenes Buch fängt David mit folgenden Worten an: Dies ist die Geschichte von Marie und David. Lieber Gott, lass sie glücklich enden! Und das tat sie dann auch.

Und das soll auch meine. Und deine.

Ich für mich mag meine Lieblingsmenschen um ihrer selbst willen. Hey, Ihr Lieben da draußen, schön, dass es Euch gibt!


die Wahrheit über die Wahrheit Vol. 2

24. Dezember 2009

Teil 2

Die anderen Engel und Engelinnen waren näher gerückt und nickten zustimmend. Dass sie den Menschen irgendwie helfen wollten, war bald allen klar, doch galt es, die beste Form zu finden. Die Wahrheit konnte ja alle möglichen Gestalten annehmen. Sie konnte dem einen gasförmig, der anderen als Flüssigkeit erscheinen, mal sichtbar, mal transparent, mal nur mit geschlossenen Augen fühlbar, mal auf der Haut, mal auf der Zunge und oft genug nur im Herz drin wahrnehmbar.

Endlich einigte sich die Engelschar darauf, dass sie der Wahrheit, die sich inzwischen in ihre Runde gesetzt hatte, ein möglichst prunkvolles Aussehen verleihen wollte. Eine große leuchtende Kugel würde ihrem Inhalt am besten gerecht werden, fand die Wahrheit selber. Eine Kugel, die jenen bunten Kugeln an den Decken mancher Musik- und Tanzlokale ähnelte. Grösser noch als jene dort und grösser auch als alles, was die Menschen je gesehen hatten, würde sie – an einem zuvor bestimmten Ort und für alle zugänglich – ihre Attribute der Erkenntnis an alle nach ihr Hungernden austeilen. Sie würde glitzern und glänzen, mehr als alles, was Menschenaugen je gesehen hatten. Wer die Wahrheit sähe, würde endlich alles und für alle Zeit klar sehen.

Doch ein Problem haben wir noch!, sagte schließlich der alte Engel, der die ganze Wahrheitslawine losgetreten hatte. Wie wollen wir die Wahrheit auf die Erde bringen? Daran sind vor uns ja schon viele andere gescheitert!

Alle nickten angeregt, zustimmend oder schauten nachdenklich vor sich hin.

(Fortsetzung folgt …)


die Wahrheit über die Wahrheit Vol. I

23. Dezember 2009

Teil 1

Sie saßen da und schüttelten immer wieder den Kopf. Unglaublich, was sie da sahen. Was sie da sehen mussten! Ab und zu rempelten sie sich an oder runzelten die Stirnen. Sie wollten es einfach nicht verstehen. Obwohl … Natürlich konnten sie es verstehen. Gut sogar. Sie waren schließlich auch mal so gewesen. Dennoch war es krass, wie seltsam sich die Menschen da unten verhielten. Behaupteten doch tatsächlich, sie wüssten es besser. Besser als andere. Sie wüssten die Wahrheit. Sie wüssten, was wirklich zählt und was wirklich wirklich ist.

Wir müssen endlich etwas unternehmen!, sagte einer der alten weisen Engel schließlich, während er sich einmal mehr die wenigen ihm noch verbliebenen Haare raufte. Aus Angst, diese auch noch zu verlieren, musste eine Lösung gefunden werden. Wir müssen einschreiten!, sagte er ein weiteres Mal.

Was willst du tun?, fragte ein jüngerer Engel, den das Getümmel auf der Erde bisweilen amüsierte. Diese Sucht der Menschen, sich ins beste Licht zu rücken! Dieses Getue, wer besser, klüger, grösser, interessanter sei. Wer was besser wisse und besser könne. Darüber konnte doch eigentlich nur gelacht werden.

Ich habe eine Idee!, sagte eine jener weisen Engelinnen, die immer schon den Wunsch gehabt hatte, den Menschen zu ein bisschen mehr Durchblick zu verhelfen. Wir offenbaren ihnen die ganze Wahrheit!

(Fortsetzung folgt …)


die Wahrheit über die Wahrheit – Intro

22. Dezember 2009

EDIT: Teil 1 INTRO

Hm … oder soll ich das wohl besser auf morgen verschieben? Auf den Day After? Auf  dieses zu erwartende Wenn-ich-wieder-fitter-bin? Die Wahrheit rennt ja nicht davon. Sie versteckt sich zuweilen, tut klitzeklein, grinst über unser Bestreben, sie festhalten zu wollen oder meinen zu können und weiß selber, viel besser als wir, dass sie selbst nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Deshalb kann sie gut bis morgen warten, meine Geschichte von der zerbrochenen Wahrheit. Heute müsst ihr mit meinem lauten Freudenseufzer vorlieb nehmen: Jippie, endlich Ferien!

Wie eine Wandererin, die sich auf die Berghütte vertröstet und ihre letzten Kräfte bis ebendort einteilt, fühlte ich mich, als ich heute um zwei endlich Feierabend machte. Endlich nach Hause. Endlich Ferien. Endlich Ende. Und ähnlich wie die Wandererin in der Berghütte war ich erst mal einfach nur eins: erschöpft … Und wie die Wandererin in der Berghütte habe ich mich inzwischen auch bereits ein klein bisschen erholt. So sehr, dass ich Euch morgen die Wahrheit über die Wahrheit erzählen werde!

Versprochen!


es glühte der Wein

20. Dezember 2009

Rot die Nasen, die Beine ab – beinahe jedenfalls – und heiß die Becher in den klammen Fingern. Der Inhalt auch, natürlich, dampfend und erheiternd. So standen wir gestern zu zwölft oder so neben der schiefsten aller Markthütten auf dem Berner Waisenhausplatz. Schreiberlinge aus der ganzen Schweiz und Specials Guests, die extra aus dem Ausland eingereist waren. Einzahl nur, nicht Mehrzahl, wie Publikum zum Beispiel. Wir alle hatten uns einzig zu dem einen Zweck hier eingefunden, dem glühenden Wein, dem besten weit und breit, unsere Referenz zu erweisen.

Erst kurz vor dem Erfrierungstod erkletterten wird gemeinsam die steilen, schiefen Stufen des Molino und stillten Hunger, Durst und Neugier …

Hach, meine Berner Schreibgruppe … was für ein toller Haufen. Nicht nur begnadete Schreiberlinge, auch ebensolche Festhütten … Nach dem uns der Kellner zwei Stunden später höflich aber bestimmt herausgeschmissen hatte, ließen wir uns im Kornhauskeller nieder um ebendort umso länger sitzen zu bleiben. Wie war das doch gleich? Ich solle viel trinken? Na denn!

Die Runde wird schließlich immer kleiner und ausgebeulter. Wir beschließen, das Ende der einwöchigen Spendenaktion im Glashaus auf dem Bundesplatz live mitzuverfolgen. Mona Vetsch moderiert, Büne besingt die W. Nuss – leider nicht live – und wir klappern bereits wieder, trotz getankter Wärme, mit den Zähnen … Wie schön, ein warmes Bett zu haben … Was für ne Nacht …