Schönheit sehen

30. Oktober 2009

Ich fahre gerne Auto, ehrlich, und ich fahre gerne Autobahn. Wirklich wahr! Noch was: Ich fahre gerne selber Auto. Und ich fahre auch sehr gerne allein … Mit guter Musik und laut dazu singend. Und ich fahre gerne lange Strecken.

Bin ich erst einmal unterwegs, gibt es nichts anderes mehr zu tun, als ganz Weg zu sein. Jetzt. Anders als beim Zug fahren, bin ich autofahrend aktiv an der Gestaltung der individuellen Strecke beteiligt. Und ich kann Pausen machen. Umwege. Abkürzungen. Ich kann wählen, wie ich von A nach B gelangen will. Ob ich, um nach XY zu gelangen, den Weg durchs Elsass nehme oder einen anderen.

Beim Autofahren kann ich vor allem eins wunderbar: Ich kann meine Gedanken fließen lassen. Ich denke nach, ohne zu denken. Bin Weg, obwohl ich ein Ziel habe. Muss endlich nicht Dinge, die ich tun muss, denken müssen, wie zum Beispiel bei der Arbeit. Da sind keine To do-Listen außer jener Pflicht, rücksichtsvoll und voraussichtig zu fahren. Endlich kann ich meine Gedanken belauschen. Und meine Vorfreude auf J. hätscheln.

Und Schönheit sehen. Das Sonnenlichtspiel in den Alleen. Schattenwürfe. Hügel. Ebenen. Sogar, wenn ich zwischen Brummis, die sich Rennen liefern, eingeklemmt bin, gelingt es mir, meine gute Laune zu behalten, denn ich weiß, dass sich jeder Stau irgendwann auflöst.

Eine halbe Stunde vor Strasbourg bis eine halbe Stunde nach Strasbourg dickt der Verkehr ein. Autosirup. Schritttempo zuweilen. Eile mit Weile, denke ich. Und dass wir Menschen Stress und Krisen lieben, obwohl wir das nie zugeben würden. In solchen Momenten wird das Leben ganz einfach. Jetzt geht es nur noch darum, eine Lösung zu finden.

Noch während ich solches denke, löst sich der Stau auf, jener bouchon, der auf den Leuchttafeln vorangekündigt worden ist. Ich fließe weiter und genieße das Licht der untergehenden Sonne im Rückspiegel.

Nein, Rückspiegel hat es im Zug nicht. Auch ein Grund, warum ich gerne Auto fahre. Ehrlich!


lürischer Wochenmitter II

28. Oktober 2009

Flüssiges Gold rieselt durchs Rückenmark
Treue zu sich und der Wahrheit, das ists.
– Das Leben fließt –
Knallhart und schonungslos
und durch allergrößte Hitze
gelangst du zur milden Kühle.
– Das Leben fließt –
Du führst dich selbst mit deinem Bewusstsein
ES erkennt sich dabei vollumfänglich selbst.
– Das Leben fließt –
Es ist sterben, sterben, sterben. Nichts als sterben.

© by Rébecca K.

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Von der Nordsee
zurück
in den Rhein
in die Aare
zurück
zu den Aaregletschern
zur Quelle
nach Hause

Regentropfen
küssen
Regenwürmer
Sonnenstrahlen
brechen
sich im Wasserfall

absichtsloses
Fließenlassen
Gedanken
Wörter
Steine fischen
versenken
ihnen zusehen
wie sie sich
– scheinbar schmerzlos –
schleifen lassen
entspannt
dem Rauschen
lauschen

© by Sofasophia (dm)

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Sich die blanke Seele zeigen mit allen Narben
das braucht Mut; den Mut der Liebe
die alle Angst vor Schmerz besiegen wird
denn es gedeiht in dieser Demut die innere Würde,
die wahrhaft göttliche Kraft verheißt
weil sie erkennt dass wir mit allem verbunden sind
und die Liebe immer da ist auch wenn wir scheinbar
aus ihr herausfallen
sie ist dennoch da sie fließt in alle ZwischenRäume
unaufhaltsam und stetig
und lässt sich von keiner Angst auf Dauer hindern
denn das Göttliche, das ist konstant und überAll

© by Rébecca K.

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dort
Verkehrsstau
Wörterstau
Gesprächsstau
Gedankenstau

hier
Verkehrsfluss
Wörterfluss
Gesprächsfluss
Gedankenfluss

© by Sofasophia (dm)

 


Säule

27. Oktober 2009

– Guten Tag. Ich hätte gerne eine Säule.
– Eine Säule?
– Eine Säule, genau.
– Säulen haben wir nicht …
– Oh … aber ich bin doch extra wegen einer Säule hierhergekommen!
– Eine Säule. Soso. Und was haben Sie denn mit Ihrer Säule vor?
– Was man mit Säulen halt so macht. Sie soll herumstehen. So eine Säule bräuchte ich. Eine die einfach nur dasteht.
– Eine Säule, die einfach nur dasteht … aha.
– Genau. Die oben und unten miteinander verbindet. Eine ganz einfache, eine ganz normale Säule eben.
– Eine Säule, also, die ganz normal ist. Und wie groß soll Ihre Säule denn sein?
– Na. Sie soll von oben nach unten reichen. Und sooo dick sein.
– Sooo dick? Soso. Und wie soll Ihre Säule denn aussehen? Na ja. Ich frage einfach mal. Wir haben zwar keine Säulen, aber fragen kann ich ja trotzdem.
– Aussehen soll sie schön. Natürlich. Und eierschalenfarben soll sie sein. Ein bisschen rau zum Anfassen. Und sie soll leicht sein. Das heißt … sie soll nicht zu leicht sein. Sie soll ja nicht umstürzen können. Das heißt, sie muss stabil sein. Stabil und leicht.
– Stabil und leicht. Hm.

– Oh, hallo Sofasophia, du auch hier? Mal wieder auf Baumarkt-Tour?
– Hallo, Britta! Wie schön dich zu sehen. Ja, ich bin grad dran, eine Säule zu kaufen! Der nette Herr hier hilft mir dabei.
– Das stimmt nicht wirklich! Ich kann Ihnen ja gar nicht helfen. Wir haben keine Säulen.
– Eine Säule? Was willst du denn mit einer Säule?
– Na, was man halt so mit Säulen macht. Aufstellen.
– Aha. Aufstellen. Und dann?
– Und dann? Und dann? Na? Was wohl? Ihre Schönheit genießen. Muss denn alles immer sinnvoll sein, sag?
– Entschuldigung, die Damen. Wenn Sie mich noch brauchen …?
– Aber natürlich brauchen wir Sie noch. Ich brauche doch eine Säule!
– Die wir nicht haben.
– Haben Sie Gips? Haben Sie Gitter?
– Oh, Britta, du mal wieder! Clever wie immer! Klar doch! Ich baue mir meine eigene Säule!
– Und ich helfe dir! Wir haben schon lange nichts mehr zusammen auf die Beine gestellt!
– Gips? Gitter? Ja, haben wir. Hier lang bitte, die Damen.
– Nun sag schon, Sofasophia: Was hast du vor?
– Ich finde einfach die Idee, eine Säule in meiner Wohnung zu haben, schön. Eine Säule hat eine Dynamik, die eine Wand nicht schafft. Bewegung in der Ruhe. Kreis. Unendlichkeit. Ich könnte rundherum Bilder aufhängen. Panoramabilder zum Beispiel. Statt nach außen blickst du rundherum im Kreis und es hört einfach nie auf. Wie im richtigen Leben.
– Hier, bitte schön, die Damen, das Gitter. Verschiedene Maschengrößen. Da drüben Gips. Verschieden Gebindegrößen.
– Danke schön. Wir finden uns zurecht.
Weißt du was, Britta? Manchmal möchte ich Handwerkerin sein. Zum Beispiel Gipserin. Oder Gärtnerin. Oder meinetwegen Schuhmacherin. Oder Fassadenmalerin, wie mein Vater es gewesen ist. Etwas mit den Händen tun. Anpacken. Nicht bloß Tastenhacken. Etwas Handfestes TUN und am Abend sehen, was ich tagsüber gemacht habe.

 


Schwimmend nach Hause

26. Oktober 2009

Solche Dienstgänge lob ich mir! In der Vormittagspause beschließen wir, unsere abwesende Arbeitskollegin und Vielleserin K., die nächste Woche Geburtstag hat, mit einem neuen Buch zu beschenken. Doch wer von uns liest das Geschenk aus? Die Wahl fällt auf mich, da ich eh noch zur Post muss.

Nach der Mittagspause stöbere ich also glücklich, zumal ich mir diese Freude letzten Donnerstag versagt habe, durch den großen Bücherladen beim Bahnhof. Völlig ausgehungert stehe ich vor den Auslagen. Habe in der letzten Zeit Bücherläden gemieden, weil die sowohl Zeit als auch Geld fressen. Außerdem liegen noch stapelweise ausgeliehene Bücher bei mir rum, die ich lesen darf und zurückgeben soll.

Schon bald habe ich mich für Rolf Lapperts Nach Hause schwimmen entschieden, eines meiner Lieblingsbücher des letzten Jahres. Sowohl spannend wie auch philosophisch, tiefgängig, berührend ohne kitschig zu sein, menschlich, ironisch stellenweise. Lappert ist ein Buch gelungen, das – trotz des happigen Themas – alles andere als depressiv ist, literarisch wertvoll, herrlich, grotesk zuweilen, und voller Humor … Könnte K. gefallen, finde ich.

Dass ich für mich auch gleich zwei neue Bücher erstanden und für den baldigen Geburtstag einer anderen lieben Frau was gefunden habe, bleibt aber unter uns. Versprochen?!

Nun aber ab zum Postfach, schließlich bin ich auf Arbeit. Auf dem Fahrrad den Tramschienen ausweichend und gegen den Verkehr über den Bahnhofplatz zirkelnd, ziehe ich mit der linken Hand am Kopfhörerkabel, um mir die Kopfhörer aufzusetzen, um Musik zu hören. Ooops. Kein mp3-Player am anderen Ende des Kabels! Na sowas! Ein Blick zurück. Das schwarze Ding dahinten, mitten auf der Straße – immerhin noch knapp auf der Fahrradspur –, kommt mir irgendwie bekannt vor! Und das Plong von vorhin muss wohl dazu geführt haben, dass ich nun ein leeres Kabel in der Hand halte. Bremsen. Absteigen. Zurückrennen. Den Autos ausweichen. Den Schutzengel aller mp3-Player anflehen, dass fünf Sekunden lang kein Auto kommt. Das Teil am Boden packen. Dem erwähnten Schutzengel fürs Aufpassen danken. Vor mich hin grinsend zurück zum Fahrrad gehen und mir die Kopfhörer aufsetzen. Das alles geht blitzschnell. Keine drei Sekunden vermutlich. Als ich das Teil einschaltete, zeigte die Uhr, noch im Sommerzeit-Modus, 15:15. Sternschnuppenzeit!

Ei einzigi Sekunde, singt Kuno, als ich auf Play drücke. Kein Stück passt besser. Mein Shuffler weiß Bescheid. In einer einzigen Sekunde hätte ich beinahe meine geliebte Musik verloren. Hauchdünn die Grenze von hier nach da, singt der Züri West-Sänger. Wie schnell sich alles verändern kann. Hab ich mal wieder Glück gehabt!

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Ei einzigi Sekunde – Songtext

üsi Hüue isch papierdünn
mir exischtiere uf guet Glück
bi extrem schwache Quote
irgnd eine dräiht im Rote
u scho flügsch us em Renne
u liegsch dusse im Schotter
ei einzigi Sekunde
u aues isch vrbii

ei enizigi Sekunde
u du erwachsch im däm Zimmer
u aues hanget am ne Fade
u dr Zuefau schnippt mit em Finger
u dr Früehlig schteit vor dr Türe
im Schnee

Quelle: http://lyrics.wikia.com/Z%C3%BCri_West:Ei_Einzigi_Sekunde


Neues Lyrikthema

26. Oktober 2009

Die Themen für unseren nächsten gemeinsamen lürischen Wochenmitter lauten:

Fluss 

Fliessen

 

Mailt mir Eure lyrischen Texte bis Mittwoch um 17 Uhr wie gehabt an
sofasophia ((at)) lebenswertvoll.ch.

Ich werde am Mittwochabend einen Blogartikel daraus weben und freue mich bereits jetzt auf Eure munteren, blubbernd-fliessenden, lebendigen, melancholischen, nach Herbst duftenden, authentischen, eckigen, runden Text-Steine, die ihr aus Euren Flüssen fischen werdet! Herzlichen Dank!


in Thun zu tun

25. Oktober 2009

Das leere Dokument lacht mich aus: Unmöglich all die Gedanken, die dir durch den Kopf gehen in Worte zu fassen!, höhnt es. Unmöglich, all diese Fäden, die da lose in deiner inneren Webstube herumliegen zu einem Ganzen zu verweben. Vergiss es!

Ob es recht hat, dieses blöde, weiße sonntagmorgenmuffelige Dokument? Ich stehe vom Laptop auf. Gehe in die Küche. Hole ein Stück Brot, obwohl ich eben gefrühstückt habe. Kauen rege die Gedankentätigkeit an, hab ich mal gelesen. Nun ja, über mangelnde Aktivität im Oberstübchen könnte ich mich ja eigentlich nicht beklagen. Eher über den Mangel, den Filter aktiv zu halten, der mir zeigt, was ich outputen soll. Sprich bloggen. Nein, an Inputs fehlt es mir beileibe nicht. Die kreative Welle, auf der ich zurzeit surfe, tut schon fast weh. Damit es nicht zur Wörterobstipation kommt, knabbere ich ein paar feige Wörter Wörterfeigen. Fast so gut wie Brot. Ich hacke dazu in die Tasten.

Nein, das hier war nicht wirklich mein Stil, diese schwarzgekleidete Lady da auf der Bühne. Obwohl sie schön war. Hätten wir nicht an der Wand gesessen, eingeklemmt von zig anderen Menschen, wären M. und ich vermutlich auf und davon. Was ich in solchen Situationen zu tun pflege? Das Beste draus machen. In diesem Fall hier – in der Alten Öle Thun, wo wir den Verlockungen des Wortes Surprise, das dieses Kulturevent titelte, auf den Leim gekrochen sind –, anfangen, Geschichten zu spinnen. Plötzlich saß ich also in einem Pariser Bistro. Dann wieder in einem Straßencafé in Granada. Sogar Rom kam in meinen Träumereien vor. Es waren denn auch die mediterranen Lieder, die mich mit dem Rest versöhnten. Kunst und Künstlichkeit – sie berührten sich in dieser Vorstellung nahtlos. Die Femme fatale, die deutsche Kunstlieder mit heiserer Stimme und ohne Mikrofon – dafür mit lasziven Gebärden unterstrichen – vortrug, von einem glatzköpfigen Pianisten der älteren Garde begleitet, mutierte in Sekundenschnelle in eine Chansons ins Mikrofon hauchende Pariserin. Am besten haben mir – wie gesagt – ihre französischen, spanischen und italienischen Lieder gefallen. Wirklich wahr, die Latina hat sie super hinbekommen. Alle gängigen Klischees der Körpersprache ausreizend. Köstlich Künstlichkeit mit Kunst verbindend.

Später erst stelle ich fest, dass die gesuchte Surprise mit den Fassadenfilmen zeitgleich im Hof der alten Öle, also in unmittelbarer Nähe, stattgefunden hat und dass das, was wir gesehen haben mit Madame stellt ein Klavier in die Alpen – Lieder und Chansons übertitelt war. Tja. Selber schuld, wenn frau nicht richtig liest. Dennoch bin ich um eine Erfahrung reicher.

Rückblende. Wir sitzen im Restaurant Waisenhaus, das heißt, nicht im, sondern davor. M. will rauchen. Die Nacht ist lau. Das Bälliz, Thuns Hauptschlagader, pulsiert und das Bier ist köstlich. Wir brüten über dem Programm der Thuner Kulturnacht. Zweimal Ristretto bitte, klarer Fall. Nein, nicht Kaffee. Auch nicht kleinen schnellen Kaffee. Immerhin schnell und klein passt. Und das Ambiente ebenfalls. Doch darüber später.

Nicht wie die singende Madame Klischees ausgereizt, sondern ziemlich viele geknackt, haben die vier Leute von Literaare, die in der Buchhandlung Thalia vorgelesen haben. Was sage ich da? Vorgelesen? Falsch! Perfomances waren das! Besonders gefallen haben mir Guy Krneta und Jens Nielsen. Will heißen ihre Texte, natürlich. M. favorisierte Matto Kämpf. Sandra Künzi, die vierte im Bunde, war auch okay, doch so richtig begeistert hat sie uns nicht. Spoken Word heißt sie, diese mir bis anhin unbekannte literarische Kunstrichtung. Texte, die ohne Satzzeichen auskommen, füllen Jens Nielsens kleinen Erzählband. Sie sind wunderbar zu lesen, doch vor allem sind sie wunderbar anzuhören. M. und ich werden – so hoffe ich – schon bald mal das Berner Café Kairo aufsuchen, wo es regelmäßige Spoken-Word-Sessions geben soll. Meine Vorliebe für Wortspielereien, Absurditäten und Surreales wurde gefüttert und rief nach mehr. So schnappte ich mir am Büchertisch den Band Alles wird wie niemand will und bat den Autoren um eine Signatur. Wie überrascht war ich, als ich den hochdeutsch vortragenden Nielsen nun im schönsten Aargauerdütsch mit mir plaudern hörte. Seine Wortspiele hätten es mir angetan, sagte ich. Da ich selber schriebe. Kleines Palaver unter Buchstabenklaubenden. Dann weiter ins Spettacolo.

Ristretto. Theatersport. Als meine Freundin R. vor ungefähr einem Jahr diese Sportart für sich entdeckt und mir davon erzählt hatte, konnte ich mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Gestern endlich sah ich, wie Theater auch sein kann. In zwei Gruppen spielen die Akteurinnen und Akteure gegeneinander an. Die Vorgaben, welche Szenen spielend zu improvisieren sind, kommen immer aus dem Publikum. Von absurd bis dramatisch, von komödiantisch bis schwarzhumorig liegt alles drin. Die Lautstärke des Applauses entscheidet, welche Gruppe den nächsten Punkt verdient hat. Herrlich!

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Später, im Zug nach Bern, werweiße ich mit meiner Freundin M., wo ich heute wohl wäre, wenn ich Ambitionen hätte. Wenn ich ehrgeizig an meiner Karriere gebaut hätte. Wäre meine Schreibe qualitativ besser? Hätte ich wohl bereits richtige Bücher veröffentlicht? Ist es die Resonanz eines Publikums, die Kunst zur Kunst macht?

Und die alles entscheidende Frage:
Wäre ich heute glücklicher, wenn …?


Sophistikierereien

24. Oktober 2009

Auf vielseitigen Wunsch hebe ich hiermit das Niwo dieses Blogs wieder ein bisschen an.
Stiefel- und Schieblehrenkäufe hin, Nuschelis her … Hier hat alles Platz. Sogar Sofasophien … 😉

My blog is my castle …

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Google weiß, dass heute Nacht, wenn M. und ich die Thuner Kulturnacht genießen, die Sommerzeit auf Normalzeit wechselt. Ich jetzt auch.

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Kunst ist die gekonnt abgebildete Wahrnehmung eines einzelnen oder einer Gruppe.

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Wenn etwas auf einmal ganz einfach scheint, das uns bis anhin oder unter anderen Bedingungen schwierig vorkam, dann passen eben jetzt die Bedingungen. Es ist nicht das Ding an sich, das etwas einfach oder schwierig scheinen lässt, sondern die Umstände und meine Perspektive.

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Eine Schutzmauer zwischen Haus und Straße verhindert, dass beim Abreißen des Hauses Steine auf Straße, Autos, Passanten und Fahrradfahrerinnen fallen. Rotweiße Balken schützen uns davor, in die Löcher auf der Straße zu fallen. Wieso eigentlich schützen wir uns selbst nicht ebenso gut?

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Der richtige Schluss einer Geschichte, die ich schreibe, findet sich immer intuitiv. Eine Wahl ohne zu wählen gleichsam. Ich finde den Ausschnitt, den ich erzählen will, gefühlsmäßig und mache ihn durch diese meine Auslese zum richtigen.

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Geschicke = Geschickte Geschichten? Oder doch eher Schicksal?