Umgezogen!
Es zieht mich hierher: http://sofasophia.wordpress.com/
Auf der Fahrt nach Z., wo ich seit gestern Abend wohne, war er plötzlich da, der Titel dieses letzten Artikels meines Blogs:
Happy End.
Und jetzt? Vorhang bitte. (((Er schliesst sich gaaanz langsam …)))
Wie habe ich doch neulich geschrieben?
Ein weiterer Band meiner Lebensgeschichte geht seinem Ende entgegen. Die letzten Seiten schreibe ich. Heute. Morgen. Übermorgen. Absehbar. Das Finale, mein Happyend in Bern.
Damit geht auch dieses Blog hier zu Ende. Ich bedanke mich lieb und herzlich und verneige mich dankbar vor euch, meinen Leserinnen und Lesern, den stillen ebenso wie den kommentiert-habenden … Danke!!! Winkewinke, machts gut und alles Gute!
(((Kunstpause …)))
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Ja, aber? Ja! Aber natürlich blogge ich weiter!
Und zwar genau hier und ab sofort: sofasophia.wordpress.com
Bis bald im neuen Theater?
Es war einmal eine Frau. Eines Morgens, als sie erwachte, war das Zimmer, in dem sie geschlafen hatte, erstaunlich leer. Da waren nur die Futonmatratze mit ihrem Bettzeug und zwei Taschen mit ihr im Zimmer.
Die Wände waren schneeweiß und rochen nach Neuanfang, erzählten zugleich Geschichten aus sechs Jahren Leben. Erzählten erfreuliches, beklemmendes, imtime Details und Absurditäten. Erzählten von den Menschen, die diese Räume besucht hatten und an deren viele Namen sie sich nicht erinnern konnten. Im Gegensatz zu der Frau, die – wie am Ende einer Wanderung angekommen – erst im Rückblick begriff, wie kostbar diese lange Wanderung und die vielen Begegnungen unterwegs gewesen waren. Anstrengend und erfrischend zugleich.
Natürlich erinnerten sich die Wände auch an all die Tränen und Krisen, an all die Tiefpunkte und schier unüberwindbaren Hürden, denen die Frau in den Jahren unter ihrer Obhut gegenübergestanden hatte.
Wir Wände sind neutral. Wir schützen und umgeben, flüstern sie ihr zu, und wir beengen und beschränken.
Ihr seid wie mein Hab und Gut, sagte die Frau. Es macht mich reich und unfrei zugleich. Es gibt mir Geborgenheit und Sicherheit, aber es ist zugleich ein Klotz am Bein.
Das leere Zimmer nickte. Das fühlte sich so an, als schaukle das Bett. Wie ein Boot.
Die Reise geht weiter, sagte die Frau. Ich danke dir, für all das, was du mir warst. Auch für all das, was du mir nicht sein konntest, weil es nicht deine Aufgabe ist, danke ich dir.
Danke fürs Zuhören. Ich wünsche dir und meinem Nachfolger und meiner Nachfolgerin ein ebenso schönes Miteinander wie wir es hatten.
Der laute Nachbar aus dem obersten Stock lärmt durchs Treppenhaus. Halb sieben. Nach ihm könnte sie die Uhr richten. Konnte sie. Imperfekt. Sie wird ihn nie mehr hören. Kein Morgen mehr. Nicht hier.
Sie wird aufstehen, ein letztes Mal, und ihre Sachen packen. Ein letztes Mal frühstücken. Ein letztes Mal Altpapier und Kehricht an den Straßenrand stellen. Danach ihr Auto füllen, bis an den Rand, mit Staubsauger, Kühlbox und Futon.
Heute Abend wird sie sich an einem andern Ort in einer andern Welt in ein anderes Bett legen.
Noch da, ein bisschen, noch nicht dort, aber bald.
Bild: iDogma-Art -
aufgenommen mit Hipstamatic, bearbeitet mit Diptic, PS Express und Pic Grunger, veröffentlicht mit WordPress.
Fühlt sich gut an. Seltsam auch. Ungewohnt leer. Freundin M. hat nach der letzten Kiste sogar den gröbsten Dreck weggekehrt.
Nun gibt es hier nur noch ein bisschen Küche, Futon und Putzzeug. Reicht zum Leben. Eigentlich.
Wir haben gefrühstückt. Unsere beiden Gäste sind abgereist. Vor mir eine leere Obstkiste als Tisch. Sitzen tun wir auf improvisierten Sackkissen. Freundin B. kommt um zwölf. Dazwischenzeit. Loch. Leere. Fülle. Stille. Sein.
Ein Schwedengefühl, jetzt. Nach dem Frühstück die traditionelle Blogsequenz. Ferienfeeling ein wenig.
Was für eine elende verkappte Materialistin ich doch bin!, sagte ich zu Irgendlink. Gestern spätnachmittags. Siesta vor dem Konzert. Alles im LKW verstaut. So viele Dinge.
Später das Konzert. Hammer war es … Büne und seine Band haben drei Stunden ihr bestes gegeben. Witzig, ernst, tiefgründig, romantisch. Alt, neu, ewig.

Bild: iDogma-Art -
aufgenommen mit Hipstamatic, bearbeitet mit PS Express und Pic Grunger, veröffentlicht mit Blogger+.
Frühmorgens. Schon wach. Der große Tag. Am Nachmittag kommen die Umzughelfenden und wir füllen gemeinsam den LKW, den J. am Montag vollgepackt über die Grenze fährt. Doch heute und bis dahin ist noch viel zu tun.
Heute Abend dann dies hier, lange Wochen vorfreudig erwartet:

Büne ist Meccano Destructif Commando. Zwei Monate lang. Und heute in meinem Lieblingskulturraum. Was für ein Schlussbouquet!
Mehr dazu unter: http://www.buenehuber.ch/
Doch vorher heißt es in die Hände spucken

Im Straßenverkehrsamt sitzend auf die neuen Autonummern zu warten ist eins. Dies aber im Wissen zu tun, dass ich mit zwei Nummernpaaren statt einem das Amt verlassen werde, lässt mich grinsen.
Mein Auto gehört ab heute offiziell meinem Lieblingsbruder, wir teilen es uns aber. Offiziell. Die alten Nummern, vor Jahren von meinem Garagisten für die Ewigkeit und einen Tag mit Schrauben befestigt, kann ich vor dem Amt trotz massivem Kraftaufwand nicht entfernen. Trotzdem bekomme ich die neuen samt Ausweis ausgehändigt. Geht also doch!
Und natürlich muss ich die alten subito zurückschicken. Aber so kann ich bis zuletzt meine Parkkarte verwenden, super! Rostseidank …
Meine Entsorgungstour hat mich bei meiner Lieblingskioskfrau anhalten lassen. Sie kauft neuerdings Bücher an und verkauft sie weiter. Etwa einen Drittel bin ich los und um ein bisschen Bargeld reicher. Ihrem Bekannten, der sich in zwei Bücher verliebt hat und ihr habe ich gleich noch privat ein paar Bücher geschenkt. Win-win für alle.
Wohin nun mit den Blumentöpfen? Die wolle niemand, sagte die Frau von der Friedhofsgärtnerei. Hm. Wegwerfen? Umziehen?
Kleine Probleme, die ich da habe.
Ich schaue auf meinen Wecker. Nullfüf-füfefüfz. Das gleichnamige Lied von Züri West erklingt. Im Kopf. Melancholische Sentimentaltät. Schlafen dürfte ich noch eine ganze Stunde. Ist ja erst nullfünf-fünfundfünfzig.
Doch ich liege schon seit einer Stunde wach. Drehe mich, wende mich, schiebe Gedanken von West nach Ost wie Vargas’ Kommissar Adamsberg die Wolken. Und zurück von Ost nach West.
Ich lasse nahe und ferne Erlebnisse Revue passieren. Den gestrigen Abend zum Beispiel. Mein Abschiedsgeschenk fürs X, das Hilfswerk, für das wir arbeiten, sei das gewesen, hatte Kollege M. bei seiner Abschiedsumarmung gemeint. Gut möglich. Fragt sich nur, wer da wem ein Abschiedsgeschenk gemacht hat.
Es steckte unglaublich viel Zeit und Arbeit hinter diesem Event, keine Frage. Und noch mehr Herzblut. Den Bühnenpoeten PL, den Rapper KB und die Sprachkursteilnehmerin TH zusammen auf die Bühne zu holen und sie Geschichten über Sprache, Weisheit und Verständnis erzählen zu lassen ist eins, es dabei aber zu so einem wunderbar witzigen, unterhaltsamen Abend werden zu lassen, das andere. Das es gelungen ist, ist wirklich ein Geschenk. Ein Geschenk auch für mich, denn der Einsatz und die schlaflosen Nächte haben sich offensichtlich gelohnt.
Meine heutige Schlaflosigkeit gilt unter anderem meinem Rückblick auf fast drei Jahre Hilfswerkarbeit. Da ist Dankbarkeit für Gelerntes, für Erfahrungen, Begegnungen und ganz besonders für die Menschen, mit denen ich unterwegs war. Dankbarkeit und Freude. Als mir Kollegin K., die heute an meinem “Letzten” nicht dabei sein kann, gestern Nachmittag ihr persönliches Abschiedsgeschenk überreichte, musste ich doch tatsächlich fast heulen. Ganz zu schweigen von all den Abschiedsumarmungen und -wünschen gestern Abend nach dem Event.
Mein Rückblick schließt die ganzen letzten sechs Berner Jahre ein. Die Heimat zu verlassen sei ein mutiger Schritt, meinte gestern die Scheffin meines Scheffs zu mir. Hat sie recht? Kann ich meine Heimat wirklich verlassen? Wenn ich sie in mir drin habe, ist sie doch immer dabei. Heimat ist das Schneckenhaus, das wir alle in uns tragen.
Sprache ist überall, heißt es im Manifest der Berner Spoken-Word-Gruppe “Bern ist überall”. Ja, und auch Kommunikation ist überall. Nicht-kommunizieren geht nicht. Wo Sprache ist, ist Heimat. Überall.
Zum Manifest: http://www.beatsterchi.ch/index___id=5751&l=de.html
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Überall mischst du dich ein. Überall gaukelst du den Menschen vor, dass hier und da und dort dein Platz sei. Sandro’s Friseurladen tut, als ob dich Sandro wirklich zum Glücklichsein braucht, obwohl er mit dem Genitiv viel besser dran wäre. Sandros Friseurladen ist doch ohne dich viel schöner! Oder PC’s statt schlicht PCs … igitt! Von dir, diesem winzigen Strichlein am falschen Ort, kriege ich Gänsehaut. Ohne dich wäre das Leben viel schöner, du närrische Kritzelei. Invasiv machst du dich breit.
Mach’s gut!, schreibt P. und winkt mir per Mail zum Abschied zu. Recht hat er. Denn hier ist bist du, du komischer kleiner Strich, sogar richtig platziert. Mach es gut kürzest du hier ab. Und das sogar korrekt, denn du bist nichts mehr als ein Platzhalter. Überschätze dich bloß nicht!
Allerdings, ich gebe es zu, ich verstehe dich. So klein wie du bist, möchtest du dich eben ein bisschen ins Zentrum rücken. Doch so richtig gut ist deine Strategie nicht. Du verführst zu Opulenz, zu Fehlern, zu falschen Schlüssen. Am hässlichsten finde ich dich in Abkürzungen. Bei den RAV’s zum Beispiel, den Regionalen ArbeitsVermittlungen, lügst du doppelt, denn bei ihnen ziehst du sogar noch ein kleines S in deinen Bann. Autsch! RAV reicht, ohne dich und ohne S.
Vielleicht müsste ich dir, damit du ein bisschen sichtbarer wirst, aber nicht auf dumme Gedanken kommst, einen roten Zettel umhängen?
Vorsicht! Vor übermäßigem Gebrauch dieses Strichleins wird gewarnt. Dieses kleine Ding vermehrt sich invasiv und mischt sich inflationär überall ein. Subversiver Verführer zur Erhöhung der Fehlerquote.
Denn, unter uns gesagt: wir können ganz gut auch ohne dich schöne Fehler machen …
Mein aktueller Ausgleich zum Stress im Büro und der Packerei von Hab und Gut zuhause: Bilder umbauen …
Besucht mich doch mal in meinem virtuellen iPhone-Art-Raum … (hier klicken).
Bilder: iDogma –
u. a. mit Diptic und Pic Grunger bearbeitet …